Sub-kontinentale Unterschiede — Der Kampf um das beste Turnier

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Asiacup

Auch wenn es unfair ist, Äpfel mit Birnen zu vergleichen, sollte man doch erwähnen, daß im gleichen Jahr wie Euro 2012 ein Cricket-Turnier mit unglaublich beliebten Teams stattfindet, und das Szenario ähnlich wie im Fußball aussieht. Anders als die europäische Variante treten beim Cricket aber nur vier Teams an, wovon die Gastgeber sowieso keine Chancen auf den Titelgewinn haben. Heißt dass, das die Cricket-Fans hier es als Zeitverschwendung ansehen? Darauf sollte man nicht wetten.
 

Auch wenn es unfair ist, Äpfel mit Birnen zu vergleichen, sollte man doch erwähnen, daß im gleichen Jahr wie Euro 2012 ein Cricket-Turnier mit unglaublich beliebten Teams stattfindet, und das Szenario ähnlich wie im Fußball aussieht. Anders als die europäische Variante treten beim Cricket aber nur vier Teams an, wovon die Gastgeber sowieso keine Chancen auf den Titelgewinn haben. Heißt dass, das die Cricket-Fans hier es als Zeitverschwendung ansehen? Darauf sollte man nicht wetten.

Ironischerweise gibt es beim Asia Cup, einem Turnier, das ins Leben gerufen wurde, um die Freundschaft der asiatischen Länder zu festigen (das war im Jahr 1984), einige unerbittliche Rivalitäten, die oft zu äußerst spannenden Spielen führen. Das liegt daran, dass die Spieler unabhängig vom Austragungsort an niedrige Tore, schweißtreibende Temperaturen und laute Menschenmengen gewöhnt sind, es also zumindest theoretisch keine Vorteile gibt. (Endlich ein Turnier, bei dem uns keiner mit der Ausrede kommt, man müsse sich erst „akklimatisieren“.)

Ein weiterer wichtiger Faktor ist, dass beim Asia Cup immer alte Rechnungen beglichen und Rachepläne geschmiedet werden. Die Rivalität zwischen Indien und Pakistan hat eine lange Tradition, und so wird Pakistan beim Spiel gegen das Nachbarland am 18. März die Musik zum Halbfinale von Mohali 2011 im Hintergrund laufen lassen. Indien hat auch noch eine jüngere Fehde mit Sri Lanka, von dem es bei der CB Series entthront wurde. Für den Moment sieht es so aus, als hätten sie die Oberhand, nachdem Malinga & Co im letzten Spiel von Virat Kohli auseinander genommen wurden.

Auch Bangladesh schaltet immer einen Gang hoch wenn gegen den Stiefbruder Pakistan gespielt wird (wie es im Eröffnungsspiel am Sonntag gezeigt hat), nimmt aber auch jeden anderen Gegner hart zur Brust. Obwohl sie schon seit zwanzig Jahren bei den ODIs dabei sind, werden ihre Siege noch immer als „Überraschungserfolge“ betitelt. Es wird also höchste Zeit, dass sie ihren Ruf als Niemande loswerden, besonders jetzt wo sie ihre eigene Premier League haben!

Was die Spieler betrifft, steht besonders für junge Talente wie Ashok Dinda, Rahul Sharma und Vinay Kumar einiges auf dem Spiel, denn jeder will sich in Mirpur die ersten Sporen verdienen. Manoj Tiwari, der bengalische Star der Kolkata Knight Riders, wird es sicherlich kaum erwarten können, wieder zum Einsatz zu kommen, nachdem er die letzten Wochen in Australien verbracht hat, was ihm so manchen spöttischen Kommentar einbrachte. Um sich gegen die Masse der mittleren Batsmen (Jadeja, Yusuf, Rohit, die alle großes Talent haben, aber leider zu unbeständig spielen) überhaupt abzuheben, müsste er schon einen Aufsehen erregenden Schlag abfeuern. Warten wir ab, was passiert, wenn der Star unter den mittleren Batsmen, Yuvraj Singh, ausfällt! Mit Sicherheit werden wir seine flüssigen Schläge vermissen, mit denen er Spielern wie Umar Gul und Maharoof das Leben schwer machte!

Gegner wie die Pakistanis Umar Akmal und Wahab Riaz werden ihr Können mit Schläger und Ball beweisen; die amtierenden Stars aus Sri Lanka müssen der nächsten Generation – Chandimal und Thirimanne – Platz machen und Bangladesh wird sich wieder einmal auf seine Spielmacher Shakib und Tamim verlassen.
Wir wollen nicht unerwähnt lassen, dass Sri Lanka bisher bei jedem Asia Cup im Finale stand und es daher kaum verwunderlich wäre, wenn es auch diesmal wieder so käme. (Allerdings wissen wir auch alle, wer in diesem Jahrhundert bereits mehr als überfällig ist.) Also, auch wenn das Turnier von Außenstehenden teilweise belächelt wird, löst es im asiatischen Raum ebenso große Begeisterungswogen aus wie der Wettstreit der Europäer um den Fußball-Pokal.

(Bild mit freundlicher Genehmigung von bettor.com)
 

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